20 July 2006

Absolute Beginner - Beziehungsunerfahrene

Heute möchte ich über etwas schreiben, zu dem ich viel zu sagen habe und wichtiges zu sagen habe (zumindest erscheint es mir so), aber ich habe nicht wie sonst einen zehn-Punkte-Plan, eine feste Struktur... ich stürze mich also einfach mal hinein, ok?

"Absoluter Beginner" ist ein Wort, das ich im Usenet gefunden habe, bzw. in Web-Foren, wo heutzutage viel mehr diskutiert wird. Es bezeichnet erwachsene Menschen, die noch eine eine Liebesbeziehung hatten (und demzufolge auch noch nie Sex). Ich finde das Wort schon an sich total abwertend, weil "absolut" klingt so grenzenlos, dabei ist man ja nur in einer ganz speziellen Hinsicht ein Anfänger.

Es geht also um Beziehungsunerfahrene Menschen, ein leicht bürokratisches Wort, aber zumindest ist es weniger Sex-bezogen als Jungfrau oder Jungmann zu sagen. Und da wären wir schon beim ersten Problem: oftmals werden diese Menschen gefragt "Was? Du hattest noch nie Sex?" und oftmals schreiben sie selbst von sich, dass das ein wichtiges Ding in ihrem Leben ist "noch nie Sex gehabt zu haben". Aber ist es nicht eigentlich viel wichtiger jemand zu lieben und geliebt zu werden, Seelen aneinander reiben und nicht nur Körper?

Allein dazu könnte man schön eine Menge schreiben, aber ganz andere Aspekte kommen noch hinzu. In den Newsgroups und Internetforen bekommen diese Menschen oft Ratschläge, wie man sich an Frauen 'ranmacht bzw. sich von Männern anmachen lässt. (Die Asymmetrie wäre schon wieder ein Thema für sich!) Wenn dann so ein Beziehungsunerfahrener versucht die Ratschläge zu befolgen, Rückmeldung gibt und nachfragt, dann ergeben sich lange Diskussionen und wenn dann am Ende er sich zur Zufriedenheit aller Beteiligten verhält, die richtige Einstellung hat usw. und es trotzdem nicht klappt (wie auch -- in so kurzer Zeit?), dann schreibt vielleicht jemand der ganz erfahrenen Gurus im Forum: "suche nicht, sondern lasse Dich finden". Gut Ding will Weile haben. Die oder der Richtige muss erst kommen. Aha! Und was, wenn bisher die oder der Richtige einfach noch nicht gekommen ist!? Vielleicht sind diese Menschen ja nur beziehungsunerfahren, weil sie sich bisher nur einfach noch nie in jemanden verliebt haben, der zu ihnen passt? (Und natürlich können sie dann noch keinen Sex gehabt haben, es sei denn, man möchte sie zu Sex ohne Liebe zwingen!)

Drittens: Beziehungsanfängertum wird natürlich dann erst interessant, wenn man schon "etwas älter" ist und über die Frage des genauen Alters kann man sicher auch vortrefflich streiten. Ist man mit 18 schon unnormal, wenn man noch nie .... Oder mit 20 ... ? Wo ist der Durchschnitt? Und was sagt schon so ein verdammter Durchschnitt aus, wo doch sowieso die Hälfte drüber liegt (und die Hälfte drunter)!
Und hat sich schon mal jemand gefragt, was mit einem Beziehungsunerfahrenen passiert, wenn er sich verliebt und auch geliebt wird und eine richtige schöne Beziehung hat? (Die zudem noch, statistisch gesehen, länger hält als bei anderen Menschen.) Das ist er ja -- ganz plötzlich und ohne wesentliche Veränderung seines Charakters, seines Ich -- gar kein Beziehungsunerfahrener mehr. Aber was hat dann so ein Begriff für eine Bedeutung, dass man Menschen danach klassifiziert ("ja, bei Beziehungsunerfahrenen wie Dir ..."), wenn das ganze sich so schnell und einfach in Luft auflösen kann. Was sagt denn dann der Begriff überhaupt noch über einen Menschen aus, wenn er so schnell verschwindet? (Natürlich nicht so von einer Sekunde auf die andere, aber schon zufällig, unerwartet, wenn eben der oder die Richtige kommt und man sich demjenigen öffnen will...)
Das Wort Beziehungsunerfahren ist also totale Froschperspektive oder Tunnelblick oder wie auch immer nur auf einen Moment bezogen. Wenn man aber das Gesamtleben solcher Menschen anschaut, dann stellt man fest, dass ihre erste Liebe nur einfach mal später stattfand als bei den meisten anderen -- global gesehen und langfristig sind es also einfach nur Spätzünder! Man kann sich sogar vorstellen, dass bei den sogenannten Problemfällen der Beziehungsunerfahrenen Menschen eigentlich gar nicht so viel substanziell anders ist, als bei anderen: nur die erste Liebe ist eben später!
Klar, sie fällt dadurch in eine andere Lebensphase. Mit fünfundzwanzig oder fünfunddreißig läuft es nicht mehr so wie mit fünfzehn. Aber was ändert das an der Liebe?
Der große Unterschied besteht doch eigentlich in der gesellschaftlichen Akzeptanz: "was? In dem Alter noch nie...?" hört man oft sagen. Und was müssen sich die armen Menschen dabei denken? Dass ihnen etwas fehlt, dass sie unvollständig sind, sonderbar, minderwertig. Kein Wunder, dass sich dabei Minderwertigkeitskomplexe einstellen!

Dabei muss man es nur anders sehen:
  • Beziehungsunerfahrenen fehlt nichts. Sie entwickeln ihr Bedürnis nach Liebe nur langsamer, sind Spätzünder.
  • Der oder die Richtige ist einfach noch nicht aufgetaucht.
  • Sex ohne Liebe ist sowieso Scheiße, also was soll die Frage, ob jemand schon .. oder nicht.
Liebe Menschen! Spätzünder sind statistisch nicht so häufig und man erkennt sie auch erst, wenn man sie schon ein bisschen besser kennt. Dann ist man oft verwundert. Diese Gedanken sollen helfen, Spätzünder besser zu verstehen.
Wechselt einfach mal die Perspektive!

Natürlich ist es nur mit dem Perspektiv-Wechsel nicht getan. Viele Spätzünder haben es schon schwer, erste Erfahrungen zu sammeln. Mit der Liebe ist das leicht, das kommt von alleine, aber mit dem Flirt, dem Kennenlernen, das ist schon schwerer, wenn man als Erwachsener nachholen muss, was andere als Kind schon gelernt haben. (Wie Fahrrad fahren?)
Hinzu kommt, dass einige Spätzünder auch andere Schwierigkeiten haben, wie zum Beispiel Asperger-Syndrom (Schwierigkeiten bei der Kommunikation) oder eine besonders hohe Sensibilität.
Und außerdem kann natürlich der gesellschaftliche "Sonderstatus", dass man eben anders ist, wirklich sehr schädigend sein, gerade wenn es von anderen nicht akzeptiert wird, wenn die Umgebung Maßstäbe anlegt, die auf den Menschen gar nicht passen!
Darauf können wir aber alle achten, dass wir die Spätzünder respektieren und ihnen die Zeit lassen, die sie brauchen! Ein Baby kommt immer nach ungefähr neun Monaten, aber die Liebe, die es erschaffen hat, die kann sehr lange brauchen!

Wenn man bedenkt, wie schön die erste Liebe für viele Spätzünder ist und wie lange sie hält, so müsste man statt "absolute Beginner" eigentlich sagen: "absolute Genießer". Nur dass der Genuss von der großen Gleichmacherei so oft vermießt wird...

Everybody is an individual.
The "age at first love relationship" is just a number.

Das Warten auf die Liebe lohnt sich in jedem Fall.

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03 July 2006

What does "the free world" mean to me?

Hello world,

Surely, you have once read or heard something about matriarchy, something like indigenous peoples wearing loin cloths and living in a form of society where the women are boss of a family.
And surely, in the current debate about the modernisation of Islam, you have heard about polygamic families, which means that one man has several wives. (And not the contrary!)
And for one last example, everyone in the western world knows from the movies or from novels, how our society has been only a couple of decades ago, where sometimes parents chose their children's bride, where divorce was a sin that didn't exist as a word, where sex was a service from a wife to her husband, almost on a level with doing the dishes and raising the children.

What I mean by "free world" is that we live in a society, where role models still exist, but there are so many to choose from! There are people who decide not to have sex before marriage, there are people who decide that sex and love are quite separate, there are people cheating their partner and people living in an "open relationship", and there is something like a majority of people who --if there biography is seen in retrospect-- have engaged in what sociologists call "serial monogamy" which means so much as being faithful to one partner until they break up and start over with someone else.

Of course, society and culture still impose a lot of behaviors, much of the traditional legal rules have been revised but some are still in place and there is even a new trend of governments to "subsidize" the raising of children in ways that encourage some form of living together over others. And of course, there's a strong influence of the media, selling texts and pictures that transport attitudes and live styles. But still, I think, people in the western world are quite free, nowadays, in the question of with whom to share their lives, with whom to share their secrets, their intimacy and what to give on to their offspring.

There's a freedom for people to decide, which is their way to love and to live, independent of other's expectations, following their inner voice. And this freedom allows us to observe, to look at people and to try getting a glimpse of what are their true desires and needs, which they are following now. Most people are unable to state their needs clearly, instead we say "we have to try out things" and when we are older we speak of "the experiences we have made".

What I want to do in this blog is to take a broader view and to ask:
what do human beings really need from love?
and how can they get it?

You are invited to join the quest.. for truth and happiness!

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